Praxis Teil 5
Praxis des mentalen Wanderns
Wenn wir also genug geformelt haben, ziehen wir uns zu einer möglichst ganz stillen Stunde in einen Raum zurück, in dem wir vor irgendwelchen Störungen weitgehend gesichert sind.
Nun setzen wir uns ganz bequem in einen Sessel oder legen uns auf eine Couch bzw. auf einen Teppich und atmen gleichmäßig ruhig und tief durch. Jetzt stellen wir uns ganz deutlich und bildhaft einen bestimmten Raum vor, den wir schon genau kennen. Dies betrifft zunächst die eigene Wohnung und kann später auch außerhalb derselben verlegt werden.
Unter dem Einfluß der vorherigen Formeln - speziell "C-R", "D-R" und "D-U" - beginnt sich dann unser Mentalkörper zu lösen und ein "eigenes Leben" zu führen.
Wir beobachten uns plötzlich selbst mit unseren mentalen Augen, sehen also unseren "Doppelgänger", zunächst für Sekunden, dann allmählich immer länger. Jetzt gehen wir mit unserem Mentalkörper zur Tür und dann in den anderen Raum, den wir anfangs ebenfalls nach normaler Gewohnheit durch die Tür betreten. Später durchdringen wir die dicksten Mauern und Felsen, aber im Anfang muß unser Mentalkörper genauso das Laufen lernen, wie einst unser grobstofflicher Körper. Desgleichen den Gebrauch der Sinne, wobei das mentale Sehen und Hören meist vor dem mentalen Fühlen, Riechen und Schmecken kommt.
Wenn wir dann im anderen Raum "Erinnerungen" vergleichen und plötzlich irgendeine Veränderung feststellen, beispielsweise einen Gegenstand, der sonst nicht dort war bzw. ein anders plaziertes Bild o. ä., merken wir erst, daß unser Mentalkörper wirklich dort gewesen ist.
Jetzt ist es an der Zeit mit dem Mentalkörper zum irdischen zurückzukehren und durch persönlichen Augenschein festzustellen, ob die mental wahrgenommenen Veränderungen auch zutreffen. Ist dies der Fall, können wir das gleiche mit einem anderen Raum im Hause wiederholen, was jedoch keineswegs zur gleichen Stunde geschehen muß.
Auch hier gilt eher die Beständigkeit im Üben, als der Versuch an einem Abend über mehrerer Stunden zu üben, möglicherweise bis zu geistigen Erschöpfung, in der Hoffnung, sofort ein perfekter und versierter Mentalwanderer werden zu können. Ein Irrtum der auf Kosten der Gesundheit geht und Fortschritte möglicherweise eher verlangsamen als beschleunigen kann. Also lieber öfters und beständig üben und sukzessive Verbesserungen erzielen. Im Laufe der Zeit entwickelt sich die mentale "Reisefähigkeit" derartig, daß bereits der Gedanke an einen bestimmten Gegenstand, Ort oder Menschen genügt, um sofort "dort" zu sein. Gerade am Anfang sind aber immer wieder äußerst kritische Vergleiche und Beobachtungen dringend notwendig, um die einwandfreie Funktion der mentalen Sinne und Wahrnehmungen zu überprüfen! Wir dürfen niemals das Opfer unserer Imagination allein werden, weil diese Einbildung ja nur eine "geistige Brücke" zum Ort unserer mentalen Wanderungen sein soll, aber nicht die Reise selbst ersetzen kann, ebensowenig wie eine Postkarte von Salzburg ein echter Reiseersatz für die Mozartstadt sein kann! Solange wir also noch nicht einmal kleine Veränderungen im Nebenzimmer einwandfrei registrieren können, hat es wirklich keinen Sinn, sich schon zu den ägyptische Pyramiden oder gar zu den Pagoden Hinterindiens zu versetzen.
Alle mentalen Fähigkeiten und Sinne müssen durch ständiges Üben und laufendes Kontrollieren entwickelt werden, bis wir darin absolute Sicherheit gewonnen haben und uns im Reiche des Geistes ebenso einwandfrei bewegen können, wie in unserem normalen Erdendasein. Nur können wir auf diesen mentalen Reisen kurze oder nahezu unendliche Entfernungen mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit überwinden, jedoch ohne die starken körperlichen Beschwerden, die in utopischen Romanen dem "Sprung durch den Hyperraum" zugeschrieben werden.
Allen, denen jedoch die nötige Geduld, Ausdauer und Konzentration für solche "mentalen Nebenbeschäftigungen" fehlen, mögen sich damit trösten, daß es immer noch weitaus besser ist, im ganzen Monat eine schmerzhafte Entzündung mit "E-W" zu heilen, als Tag für Tag im Mentalreich herumzuwandem und seine eigentliche Aufgabe als Mensch unter Menschen zu vernachlässigen. Wenn jemand wenigstens soweit - durch tägliches Formeln - gekommen ist, daß er mit "B-N" die Mentalmatritze eines jeden Menschen durchschauen kann, hat er auch schon mehr erreicht, als wenn ihm dadurch nur die "große Reise" geglückt ist. Wir sehen also, daß dieses überaus aufschlußreiche mentale Wandern keineswegs zum Wichtigsten gehört, was es in uns selbst zu entfalten gibt.
Nur für Führungskräfte und bei Fernheilungen sind solche Fähigkeiten sehr wertvoll, weil man dadurch in der Lage ist, genaueste "Fernkontrolle" auszuüben, ohne selbst bemerkt zu werden. Es ist dann schon recht aufschlußreich, was da so alles in aller Heimlichkeit geschieht und so mancher weniger talentierte Schwarzmagier würde sich wundern, wie schnell man ihm bespielsweise in Vollmondnächten auf die Schliche kommt. Aber auch ander Kabbalah und Hypnosefrevler sind auf diese Art wunderbar zu überwachen und notfalls sehr schnell auszuschalten.
Auch bei geistiger Hilfe für Kranke ist es sehr gut, durch laufend mentale Kontrollen die Entwicklung ihres Zustandes zu beobachten, weil sie und ihre Angehörigen sowieso meist keine Zeit und Lust haben, die überaus wichtigen Berichte regelmäßig zu liefern. Auch für Eltern kann es bisweilen ganz gut sein, durch mentale Wanderungen ihre Kinder zu überwachen und ihnen ihre kleinen Sünden gleich vorzuhalten bzw. in echten Notfällen mittels Kabbalah sofort helfend eingreifen zu können.
Soweit zum ersten Kapitel C. H. Müllers über das mentale Wandern und was damit angefangen werden kann. In "Energiearbeit IV-Aufstieg" erfahren sie weitere Ausführungen über das mentale Wandern, die Stärkung der Astral-und Mentalmatrize in Theorie und Praxis und weitere Übungen zum mentalen Wandern.
Literatur zur Formelmagie
